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Sportbootführerschein- Wann braucht man welchen?

Sportbootführerschein- Wann braucht man welchen?
2 months ago No comments

Um ein Motor- oder Segelboot fahren zu dürfen, ist in den meisten Fällen ein Sportbootführerschein notwendig. Neben dem eigentlichen Führerschein wird zudem manchmal ein Funkzeugnis oder auch ein Schifferpatent benötigt. Außerdem gibt es Unterschiede zwischen den nötigen Sportbootführerscheinen für See- oder Binnengewässer. Im folgenden Beitrag haben wir ein wenig Licht ins Dunkel gebracht und alles Wissenswerte rund um die Fahrerlaubnis für Boote zusammengestellt. weiterlesen

Der Sportbootführerschein See (SBF See)

Der Sportbootführerschein See gilt für alle Schifffahrtsstraßen, die mehr als 3 Seemeilen Abstand von der sogenannten Basislinie, also der offiziellen Landesgrenze auf dem Meer, haben. Der SBF See berechtigt den Inhaber dazu, auf den genannten Seefahrtsstraßen ein motorisiertes Boot mit mehr als 15 PS (11,03 kW) zu führen. Nach oben sind der Motorisierung dabei keine Grenzen gesetzt.

Achtung: Der SBF See berechtigt den Inhaber nicht dazu, ein Boot auf Binnengewässern zu führen. Hierzu ist der SBF Binnen nötig. Beide Scheine können aber unabhängig voneinander gemacht werden und setzen einander auch nicht voraus.

Welche Voraussetzungen müssen für den SBF See erfüllt werden?

Um den SBF See zu erwerben, muss man mindestens 16 Jahre alt sein, wenn man ein Boot mit Antriebsmaschine, also einem Motor, führen will. Wer nur unter Segel fahren möchte, der kann bereits ab 14 Jahren den SBF See machen.

Zudem muss eine ärztliche Bescheinigung vorgelegt werden, die die Fahrtüchtigkeit bestätigt. Dabei wird besonders viel Wert auf das Sehvermögen und die Fähigkeit, Farben unterscheiden zu können, sowie das Hörvermögen gelegt. Beides gilt auch als erfüllt, wenn eine entsprechende Seh- und/oder Hörhilfe getragen wird. Außerdem wird bei Volljährigen Personen ein gültiger KfZ-Führerschein oder ein gültiges Führungszeugnis verlangt.

So sieht der SBF seit dem 01. Januar 2018 aus

Sportbootführerschein Vorderseite

Quelle: Deutscher Seglerverband



Der Sportbootführerschein Binnen (SBF Binnen)

Neben dem SBF See kann man auch den SBF Binnen erwerben. Er berechtigt den Inhaber dazu, auf allen Binnenschiffahrtsstraßen ein motorisiertes Boot mit mehr als 15 PS Antriebsleistung bzw. mehr als 20 Meter Länge zu führen. Der SBF Binnen gilt damit für fast alle innerdeutschen Gewässer. Allerdings muss man beachten, dass einige dieser Gewässer über eigene Regeln verfügen. Dazu zählen der Rhein, die Model, die Donau und auch der Bodensee. Auch für Gewässer die in die Nord- oder Ostsee münden gilt der SBF Binnen nicht. Für die Elbe, die Weser, die Ems und den Nord-Ost-See-Kanal muss also der SBF See erworben werden.

Welche Voraussetzungen müssen für den SBF Binnen erfüllt werden?

Wie auch beim SBF See gilt: Ein Mindestalter von 14 bzw. 16 Jahren - je nach Antriebsart - sowie eine ärztliche Bescheinigung über ausreichendes Seh-, Hör- und Farbunterscheidungsvermögen. Für Personen über 18 Jahre ist auch hier ein gültiger KfZ-Führerschein oder ein Führungszeugnis Bedingung.

Der SKS: Sportküstenschifferschein

Der SKS wird für alle Yachten benötigt, die mit einem Motor oder unter Segel angetrieben und in Küstengewässern geführt werden. Als Küstengewässer zählen die Küstennahen Gewässer bis 12 Seemeilen Abstand vom Festland. Anders als bei den beiden SBF gibt es beim Erwerb des Sportküstenschifferscheins spezifischere Voraussetzungen zu erfüllen.

So sieht der SKS aus:

Sportküstenschifferschein Vorderseite

Quelle: Deutscher Seglerverband



Voraussetzungen für den SKS:

Um den SKS erwerben zu dürfen, muss der Schiffer mindestens 16 Jahre alt sein. So weit so gut. Allerdings muss ein gültiger SBF See vorliegen und somit auch die ärztliche Qualifikation über Seh- und Hörvermögen. Zusätzlich dazu muss der Schiffer mindestens 300 Seemeilen auf einer Yacht zurückgelegt haben und diese auch belegen können, um sich für den Erwerb des SKS zu qualifizieren.

Der SSS: Sportseeschifferschein

Der Sportseeschifferschein bevollmächtigt dessen Inhaber, motor- oder segelgetriebene Yachten innerhalb der 30-Seemeilen-Zone zu fahren. Er ist somit der zweithöchste Seefahrtsführerschein. Zudem darf der Inhaber des SSS auch die gesamte Nord- und Ostsee sowie das Mittelmeer, den Englischen Kanal, den Bristolkanal, die irische und die schottische See sowie das schwarze Meer ohne Einschränkungen befahren.

So sieht der SSS aus:

Quelle: Deutscher Seglerverband

Der muss erfüllt sein, um den SSS zu erwerben:

Um den SSS zu erwerben muss man mindestens 16 Jahre alt sein. Zudem muss man entweder einen SBF See oder einen SKS vorweisen. Wenn der SBF See als Nachweis genügen soll, müssen nach Erwerb des SBF See mindestens 1000 Seemeilen im Geltungsbereich See auf einer Yacht nachgewiesen werden. Diese müssen als Wachführer oder dessen Vertreter absolviert worden sein. Als Wachführer gilt derjenige, der aktiv eine Wachschicht während der Fahrt übernimmt. Davon müssen mindestens 500 Seemeilen vor Antritt zur theoretischen Prüfung erbracht worden sein.

Wer den SKS vorweisen kann, muss lediglich 700 Seemeilen auf einer Yacht im Geltungsbereich See als Wachführer vorweisen und qualifiziert sich damit für den Erweb des Sportseeschifferscheins.


Der Sporthochseeschifferschein: Der anspruchsvollste Schifferschein

Der Sporthochseeschifferschein (kurz: SHS) ist der höchste Schiffahrtsführerschein. Er berechtigt den Inhaber, aller Meere außerhalb der 30-Seemeilen-Zone zu befahren und damit auch über die offene Hochsee wie beispielsweise den Atlantik oder Pazifik zu schippern. Der SHS gilt sowohl für segelgetriebene als auch für motorbetriebene Yachten.

So sieht der SHS aus:

Quelle: Deutscher Seglerverband

Diese Voraussetzungen sind für den SHS nötig:

Um den höchsten Schiffartsschein zu erwerben ist das Mindestalter von 18 Jahren vorausgesetzt. Zudem muss der Sportseeschifferschein vorgewiesen werden. Zu guter Letzt müssen mindestens 1000 Seemeilen auf Yachten nachgewiesen werden. Diese müssen seit dem Erwerb des SSS als Wachführer erbracht worden sein. Davon müssen mindestens 500 Seemeilen vor Antritt zur theoretischen Prüfung des SHS absolviert worden sein. Diese müssen mit einem offiziellen Antrag nachgewiesen werden, der unter anderem die Namen, Flaggen und Skipper sowie die Daten der gefahrenen Seemeilen enthält.

Übrigens: Wer im Ausland gern Boot fahren möchte, sollte sich unseren Artikel zu Bootsfahrten im Urlaub durchlesen.