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Den Außenbordmotor korrekt einwintern

Den Außenbordmotor korrekt einwintern
2 months ago No comments

Der Herbst hat bereits Einzug gehalten und läutet langsam aber sicher auch die Nebensaison für alle Bootssportler ein. Das bedeutet vor allem eines: Sowohl das Boot als auch der Außenborder müssen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden, um auch in der Folgesaison noch viel Freude zu bereiten und ihre Funktionalität zu erhalten.

Um die korrekten Maßnahmen durchzuführen, sollte zunächst geklärt werden, ob Boot und Motor im Wasser am Anleger überwintert oder aber an Land auf dem Trockenen. In beiden Fällen müssen zwar ähnliche Arbeiten verrichtet werden, aber gerade bei der ersten Variante ist ein wenig mehr Aufwand erforderlich.

Zunächst sollte sich um den Außenborder gekümmert werden. Denn dieser lässt sich vergleichsweise leicht abmontieren und warten, bevor es an die Reinigung des Bootes geht.

Erste Reinigung des Außenborders

Bevor mit der eigentlichen Reinigung und Wartung des Außenborders begonnen wird, sollte der Außenborder stabil auf einem Motorbock oder Außenbordertrolley arretiert werden. Mithilfe dieser Blöcke lässt sich der Außenborder auch bequem zum Boot und wieder zu seinem Lagerplatz transportieren. Größere Motoren (ab etwa 40-50 PS) sollten jedoch zur Wartung am Heck des Bootes verbleiben, um Schäden an Gegenständen und auch Personen zu vermeiden.

Nun geht es an die äußerliche Reinigung des Motors. Diese dient dazu, leichte Verschmutzungen zu entfernen und so Kratzer im Lack oder auch kleinere Lecks freizulegen und den Lack langfristig vor Schäden zu schützen. Je nach Grad der Verschmutzung, kann hier mit Wasser und einem weichen Schwamm gearbeitet werden oder unter Zuhilfenahme eines Kaltreinigers. Dieser löst nicht nur natürliche Verschmutzungen, sondern auch Ölrückstände oder Schmiermittel von vergangenen Wartungsarbeiten. Besonders hartnäckige Rückstände lassen sich mit einem Hochdruckreiniger entfernen. Dabei sollte vorher geprüft werden, ob der Motor über eine entsprechende Lackierung verfügt und nicht durch den Hochdruckreiniger beschädigt wird.

ACHTUNG: Das verschmutzte und mit Kaltreiniger versetzte Wasser darf auf keinen Fall in das Wasser im Hafen oder ins Grundwasser gelangen. Besonders wenn der Motor sich während der Reinigung noch am Boot befindet, sollte darauf geachtet werden, das Wasser entsprechend aufzufangen.

Lack ausbessern und den Kühlwasserkreislauf leeren und reinigen

Nachdem das Äußere des Motors gereinigt und auf etwaige Schäden geprüft ist, geht es zunächst ans Ausbessern dieser Schäden. Kleinere Kratzer lassen sich mit einem speziellen Lack versiegeln und mit einem neuen Korrosionsschutz versehen. Diese Lacke sind sowohl als Spray als auch in Tiegeln erhältlich und können dann aufgepinselt werden. Beachten Sie unbedingt die Anweisungen auf der Umverpackung des Lackes, bevor Sie mit den folgenden Schritten fortfahren. Das Lackieren kann auch nach den Wartungsarbeiten erfolgen. So kann der Lack durchtrocknen und die Wartung geht ohne Verzögerung voran.

Nun sollte der Kühlwasserkreislauf gespült werden. Auch hier ist es wichtig, dass alle Teile auf Schäden geprüft und bei Bedarf ausgetauscht werden. Gerade die Zuleitungen dürfen auf keinen Fall porös sein. Zum Reinigen des Kreislaufs wird zunächst der Propeller entfernt. Motoren mit einem Spülwasseranschluss werden einfach an den Wasserlauf angeschlossen. Bei Motoren ohne diesen Anschluss kann auch auf ein großes Behältnis, wie beispielsweise eine Regentonne, zurückgegriffen werden. Diese sollte etwa zur Hälfte mit Wasser gefüllt sein oder so, dass der Ansauganschluss von gut einer Handbreit Wasser bedeckt ist.

Nun wird der Motor im Leerlauf gestartet und einige Minuten warmlaufen gelassen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Wasser immer nachläuft und es nicht zu einem stockenden Fluss kommt.

Leerung und Konservierung des Vergasers

Nachdem der Kühlwasserkreislauf geleert wurde, wird der Vergaser konserviert. Steht dazu nichts in der Bedienungsanleitung des Herstellers, sollten Sie diesen sicherheitshalber konsultieren, bevor Sie fortfahren, da der Motor und der Vergaser unter Umständen beschädigt werden könnte.

Kurz bevor der Außenborder im Leerlauf abgestellt wird, wird der Benzinschlauch gezogen und ein wenig Korrosionsschutzöl in den Vergaser gesprüht bis der Motor vollständig aus geht. Es kann vorkommen, dass etwas Rauch auftritt. Das ist normal und keinesfalls besorgniserregend. Wenn wirklich die letzten Reste verbrannt werden sollen, kann auch der Choke kurz vor Absterben des Motors gezogen werden.

Tausch und Reinigung von Zündkerzen und Motoröl

Nachdem der Vergaser entleert und kontrolliert wurde, werden die Zündkerzen geprüft. Dazu werden die Kerzen herausgeschraubt und geprüft. Die Zündkerzen sollten weder Ruß- noch Rostspuren aufweisen. Sollten diese dennoch vorhanden sein, können die Zündkerzen mit einer Drahtbürste und Waschbenzin vorsichtig gereinigt werden. Im Zweifel sollten die Zündkerzen allerdings ausgetauscht werden.

Sobald die Zündkerzen ausgeschraubt und geprüft sind, sollte ein wenig Konservierungsöl (Innenkonservierer) in die dahinter liegende Brennstoffkammer gesprüht werden. Das Öl lässt sich besser verteilen, wenn der Anlasser ein paar Mai bei gedrücktem Stopp-Knopf gezogen wird.

Da der Motor dank der vorherigen Reinigungsschritte warmgelaufen ist, sollte direkt das Motoröl gewechselt werden. Hierbei sind unbedingt die Bedienungsanleitung und die Herstellerhinweise zu beachten. Der Anleitung ist auch zu entnehmen, ab welcher Anzahl an Betriebsstunden ein Ölfilterwechsel erfolgen sollte.

Kontrolle der Dichtungen und des Getriebeöls

Neben dem Motoröl sollte auch das Getriebeöl regelmäßig und besonders vor dem Winter kontrolliert werden. Die meisten Hersteller empfehlen einen Wechsel nach etwa zwei Jahren. Allerdings kann es durchaus vorkommen, dass Wasser in die Ölleitung eindringt und das Öl so verunreinigt. Bei Frost kann es durch das Wasser außerdem zu Einfrierungen kommen, die das Getriebe beschädigen.

Um das Öl zu kontrollieren, wird der Motor aus dem Wasserbehälter gehoben und wieder arretiert. Nun sollte ein Behälter untergestellt werden, um das Öl aufzufangen. Zunächst wird die untere Ölablassschraube geöffnet und dann die obere. Das ablaufende Öl ist glänzend-klar? Dann ist alles in Ordnung. Ist das Öl milchig, ist Wasser eingedrungen. In diesem Fall sollten die Dichtungen geprüft und ausgetauscht werden beziehungsweise andere Ursachen für das Wassereintreten gesucht und behoben werden. Das neue Öl wird dann nachgefüllt. Dafür wird die Öltube an die Öffnung gehalten und so lange zusammengedrückt, bis das Öl aus der oberen Öffnung heraustritt. Anschließend die Ablassschrauben wieder anbringen und das alte Getriebeöl fachgerecht entsorgen. Beachten Sie bitte dazu die Anweisungen auf der Umverpackung und konsultieren Sie gegebenenfalls einen Wertstoffhof.

Auch wenn das Öl nicht milchig ist, sollten die Dichtungen kontrolliert werden. Sind sie porös, besteht eine Beschädigungsgefahr. In diesem Fall sollten die Dichtungen ausgetauscht werden. Die passenden Dichtungen gibt es im praktischen Set mit weiteren benötigten Komponenten.

Wartung von Impeller und Propeller und Austausch der Anode

Nachdem das Öl getauscht wurde, geht es an die Kontrolle von Impeller und Propeller. Der Impeller sollte (je nach Motor) etwa alle ein bis zwei Jahre getauscht werden. Welcher Zyklus bei Ihrem Außenborder der richtige ist, entnehmen Sie der Bedienungsanleitung. Auch beim Impeller gilt: Er darf auf keinen Fall brüchig oder gar rissig und beschädigt sein. In diesem Fall sollte er unverzüglich ausgetauscht werden und der Motor bis zum Tausch des Impellers nicht mehr verwendet werden.

Neben dem Impeller wird auch der Propeller geprüft. Dieser wurde ja bereits zur Kühlwasserentleerung abgenommen und kann nun auf Schäden geprüft werden. Sind die Sicherungsstifte noch intakt? Ist die Welle korrodiert? Sitzt die Schraube noch sicher? Wenn nicht, wird der Propeller ausgetauscht. Wenn alles korrekt ist, wird die Welle eingefettet und der Propeller kann wieder am Motor befestigt werden. Alternativ kann der Propeller auch separat in einem Stoffbeutel gelagert werden. Wie beim Impeller gilt aber auch hier, dass alle 2 Jahre ein neuer Propeller angebracht werden sollte.

Auch die Anode sollte vor dem Winter getauscht werden. Da diese dazu dienen, den Motor vor Korrosionen und Rost zu schützen, sollten Anoden jedes Jahr getauscht werden. Die Anode befindet sich unter der Kavitationsplatte und wird einfach abgeschraubt. Die Schraubverbindung sollte vor dem Anbringen der neuen Anode gereinigt werden.

Fetten und Schmieren

Im letzten Schritt werden alle beweglichen Teile des Außenbordmotors eingefettet und geschmiert. Dazu zählen beispielsweise der Gashebel, die Seilzüge und auch die Klemmschrauben. Eine Übersicht aller Schmierpunkte ist der Bedienungsanleitung zu entnehmen. Bevor die Teile neu gefettet werden, sollten die alten Reste unbedingt mit einem Lappen und etwas Kaltreiniger oder Waschbenzin entfernt werden. Für einige Schmierstellen wird zum Fetten eine Fettpresse benötigt.

Sind alle Teile fachgerecht geschmiert, wird der Motor konserviert und mit einem wasserabweisenden Antikorrosionsöl eingesprüht. Sollten zu diesem Zeitpunkt noch Lackierungsarbeiten anstehen, werden diese zuerst erledigt und nach der Trocknung das Konservierungsspray aufgetragen.

Nun ist der Außenborder bereit für den Winterschlaf. Er sollte aufrecht auf dem Trolley oder Motorbock gelagert werden. Für zusätzlichen Schutz vor Staub oder Feuchtigkeit sorgt eine Motorhülle. Nun geht es daran, auch das Boot vorzubereiten.